Mecklenburger Bucht: Eine wie keine – Insel Poel und Vogelschutzinsel Langenwerder
Mecklenburger Bucht: Eine wie keine – Insel Poel und Vogelschutzinsel Langenwerder

17. Juli 2025

Mecklenburger Bucht: Eine wie keine – Insel Poel und Vogelschutzinsel Langenwerder

In der Liga der größten deutschen Inseln belegt sie nur den unspektakulären siebten Platz. Als Biotop für stille Genießer ist Poel aber echte Spitzenklasse.

Da rufen Boltenhagen, Heiligendamm und Warnemünde um die Wette, um uns an die Küste der Mecklenburger Bucht zu locken. Doch durch den Chor dieser touristischen Traumziele dringt eine leise, aber beharrliche Stimme, die ein Date mit blühenden Rapsfeldern, langen Sandstränden, hübschen Häfen und sehr viel Ruhe verspricht. Poel lautet der Name des Ortes, an dem einen all diese Verheißungen erwarten, und das Beste – Poel ist eine Insel, und denen, das weiß doch jeder, wohnt ein ganz besonderer Zauber inne.

 Wo lang? - Foto von Thomas Schneider

Knapp zehn Kilometer nördlich von Wismar gelegen, ist Poel über einen schmalen Damm mit dem Festland verbunden. Auf der anderen Seite empfängt ein Schild die Inselgäste mit den plattdeutschen Worten „Peul – wat för Luftsnappers“. Luftschnappen und das wohltuende Inselklima genießen wollen sie alle, und die zuverlässige Wirkung wellenumspülter Landschaften spüren wollen sie auch, denn die lassen den Menschen heiter und gelassen werden. Gewöhnliche Kassenschlager wie protzige Hotelbauten, Souvenir- und Imbissbuden kontaminieren Poels Strandpromenade glücklicherweise nicht. Für die Entfaltung der insularen Anziehungskraft dürfen allein beschauliche Dörfer, samtweiche Sandstrände, ausgedehnte Salzwiesen, ein alter Küstenwald und viele Wander-, Rad- und Reitwege zuständig bleiben. Elf Kilometer feinsandige, flach ins Meer abfallende Strände hat Poel zu bieten. Wegen der geringen Wassertiefe in Ufernähe sind vor allem die Badeorte Am Schwarzen Busch und Timmendorf-Strand bei Familien mit Kindern beliebt, doch auch Wassersportler kommen zum Surfen, Kiten oder zum Wasserski dorthin. Timmendorf-Hafen ist außerdem Startpunkt für Angeltouren und Ausflugsfahrten.

Immer den Klippen entlang. Foto von Thomas Schneider

Den Kopf im Wind, die Füße im Sand und ein Fernglas in der Hand, ist das Motto an der Nordspitze Poels, denn dort schwimmt die kleine Nachbarinsel Langenwerder, die bereits 1910 zum Schutzgebiet für Watt- und Wasservögel erklärt wurde und nicht betreten werden darf. Im Rahmen ornithologischer Führungen kann man sie von Juli bis Oktober jedoch in kleinen Gruppen erkunden. Da Langenwerder in Sichtweite liegt, lassen sich Austernfischer, Sturmmöwen, Brandgänse, Rotschenkel und Sandregenpfeifer auch vom Poeler Ufer aus, in Höhe des Badeortes Gollwitz, beobachten. Besonders im Frühling, wenn die jährliche Partner- und Nistplatzbörse eröffnet wird, ist es vorbei mit der klösterlichen Ruhe, die sonst über dem Strand liegt. Wattwurm, Krabbe oder Muschel haben es hier dann gewiss nicht leicht. Doch Menschen, die in Vögeln, Landschaften und Ostseelicht einen fabelhaften Gegenzauber zu Feinstaub, Asphalt und LED-Lampen finden, beglückt die Insel zu jeder Zeit.

Umschwärmte Vogelinsel. Foto von Thomas Schneider
Informationen:
  • LAGE: 23999 Ostseebad Insel Poel
  • HINWEISE:
    • Von Wismar erreicht man die Insel in rund einer Stunde mit dem Boot, seit 2024 sogar mit dem ersten voll elektrischen und emissionsfreien Ausflugsschiff an der deutschen Küste. adler-schiffe.de
    • Zum Schutz von Flora und Faune besteht auf der Insel Langenwerder und den umliegenden Sandbänken ein ganzjähriges Betretungsverbot. Der Verein Langenwerder bietet jedoch Führungen an. langenwerder.de/insel-langenwerder/die-insel-besuchen

Beitragsbild: Life is a beach! - Foto von Thomas Schneider

Buchtipp: Mecklenburger Bucht mit Wismar, Kühlungsborn und Rostock - HeimatMomente

50 Mikroabenteuer zum Entdecken und Genießen (Inkl. vier digitale Ausgaben des Reisemagazins "360° HeimatReisen")

Mecklenburger Bucht – schon allein der Name funktioniert wie ein Dosenöffner, mit dem sich die Büchse der Erwartungen aufmachen lässt. Darin: Bilder von graublauem Ostseewasser und leuchtenden Bernsteintropfen, von Backsteinkirchen und Leuchttürmen, Strandkörben, Fischbrötchen und Kiefernwäldern, die bis an den Strand hinunterreichen. Die Küstenlandschaft vom Klützer Winkel über Wismar, Rostock und Kühlungsborn bis zur Halbinsel Fischland-Darß-Zingst nimmt es locker mit den touristischen Schmachtfetzen Rügen und Usedom auf. Wetten?

Auf die Auswahl kommt es an! Dann zeigen sich die wahren Highlights unter den touristischen Klassikern, die Besonderheiten zwischen dem Gewöhnlichen, sozusagen die stattlichen Kapitänsmützen unter den alten Hüten. Wer also die Ostseeküste durch die Plattdeutsch-Brille entdecken, seine Höhenangst wahlweise im Hafenkran oder an den Steilklippen testen, zum Yedi-Ritter werden und dabei immer die Adler im Auge behalten möchte, dem wird dieses Buch ein idealer Wegbegleiter sein. Hartlich willkamen in Mäkelborg-Vörpommern!

Über die Autorinnen: Auf Nicole Quints persönlicher Landkarte der Orte, die ihr am meisten bedeuten, trägt die Mecklenburger Bucht eine besonders dicke Markierung. Aus diesem Grund verläuft die Zickzackroute ihres Lebens als Reisejournalistin zwar durch die ganze Welt, endet aber immer wieder an der deutschen Ostseeküste. Heimat ist schließlich dort, wo das Herz ist, auch bei Schietwedder und Sturmesbrausen.

Mit Kauf des Buches erhalten Sie zusätzlich einen Download-Code für vier digitale Ausgaben des Reisemagazins 360° HeimatReisen. Mehr Infos zum Magazin finden Sie unter 360grad-medienshop.de/Magazine/Heimatreisen

Bibliographische Angaben:

  • Taschenbuch: 256 Seiten, 277 Fotos, 7 Karten
  • Format: 16,5 x 11,5 cm
  • Verlag: 360° medien
  • Auflage: 1. Auflage 2025
  • Preis: 16,95 €
  • ISBN: 978-3-96855-664-2
  • Bestellmöglichkeit im Buchhandel oder über den Verlagsshop: 360grad-medienshop.de/hm-Mecklenburger-Bucht