Oldenburger Münsterland: Faszinierende Geschichte(n) aus dem Museumsdorf Cloppenburg
Oldenburger Münsterland: Faszinierende Geschichte(n) aus dem Museumsdorf Cloppenburg

22. Mai 2025

Oldenburger Münsterland: Faszinierende Geschichte(n) aus dem Museumsdorf Cloppenburg

Reisen bildet, selbst im Vorbeifahren. Jedenfalls ein bisschen. Man muss nur mal auf der A1 Richtung Küste fahren. Da steht neben der Autobahn ein großes braunes Schild mit der Aufschrift „Oldenburger Münsterland“. Und schon geht das Grübeln los. Oldenburg kennt man, Münster auch. Aber das Oldenburger Münsterland? Vielen ist die Region im Herzen von Nordwestdeutschland ungefähr so vertraut wie die berühmten böhmischen Dörfer. Es ist eine Region, die sie auf ihrem Weg an die Nordsee links liegen lassen, weil sie glauben, dass es hier außer Landwirtschaft nicht viel zu sehen gibt.

Dass das ein Irrtum ist, ahnt man kurze Zeit später bei einem weiteren braunen Schild, auf dem „Industrie Museum Lohne“ steht. Wie bitte? Industrie? Hier? Nun ist es durcheinander, das Weltbild. Zeit also, den Blinker zu setzen. Das, was die Besucher dieses Museums über die lokale Spezialisierung von Handwerk und Industrie erfahren, lässt sie die Region mit anderen Augen sehen.

Präsentiert spannende Regionalgeschichte: das Industrie Museum Lohne. Foto von Wolfgang Stelljes

Vom Armenhaus zur Vorzeigeregion

Im Oldenburger Münsterland, wo karge Sandböden wenig hergaben, waren vor allem die Heuerleute, die kein eigenes Land besaßen, schon früh gezwungen, sich berufliche Alternativen außerhalb der Landwirtschaft zu suchen. Manche fanden ein Zubrot als Leinenweber, andere als Torfstecher oder Grasmäher in Holland. Und alle hörten sie irgendwann vom „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“. In Lohne aber fanden die Menschen Alternativen vor Ort. Es begann mit einem Naturprodukt: der Feder. Keine normale Feder, sondern eine, die sich wegen ihrer besonderen Härte großer Beliebtheit als Schreibgerät erfreute. Den Rohstoff lieferten Gänse, sie schnatterten quasi vor der Haustür. Mitte des 19. Jahrhunderts erreichte die Herstellung ihren Höhepunkt, die Feder aus Lohne war ein echter Exportschlager. Der Gedanke, dass damit das ein oder andere große schriftstellerische Werk zu Papier gebracht wurde, ist keineswegs abwegig. Erst Stahlfedern aus dem Königreich England verdrängten das Lohner Naturprodukt vom Markt.

Lohne war Ende des 19. Jahrhunderts das Zentrum der deutschen Korkverarbeitung.. Foto von Wolfgang Stelljes

An die Stelle der Feder trat der Tabak. Auch die Zigarrenherstellung florierte. Ab etwa 1860 etablierte sich dann eine weitere „Spezialindustrie“: ... Der komplette Artikel ist in der Ausgabe 1/2025 des Reisemagazins 360° HeimatReisen zu lesen.

Informationen:
  • oldenburger-muensterland.de
  • LAGE:
    • Im Herzen von Nordwestdeutschland, keine Autostunde von den Großstädten Bremen, Oldenburg und Osnabrück entfernt.
  • AKTIVITÄTEN:
    • Zitadellenpark Vechta: Früher stand hier eine der stärksten Verteidigungsanlagen im Nordwesten, ein Bummel durch den Park vermittelt eine ungefähre Ahnung von der Größe. Mehr erfährt man im „Museum im Zeughaus“ gleich daneben.
    • Wildpark Dinklage: Unter den alten Buchen und Eichen des Burgwaldes lässt sich Damwild aus nächster Nähe beobachten.
  • EINKEHREN:
    • Mitten im Museumsdorf Cloppenburg liegt der „Dorfkrug“. Serviert werden unter anderem Kuchen, Suppen und je nach Saison auch regionale Gerichte wie Spargel oder Grünkohl.

Beitragsbild: Bockwindmühle im Museumsdorf Cloppenburg. Foto von Wolfgang Stelljes

Lesetipp: Oldenburger Münsterland – HEIMATREISEN Ausgabe 1/2025

In dieser Ausgabe des ePaper Magazins 360° HeimatReisen bewegen wir uns im Schwerpunkt im Nordwesten Deutschlands und nehmen insbesondere zwei Regionen in den Fokus, die auf dem Weg zur Nordseeküste von Urlaubern gerne „links liegen“ gelassen werden: das Oldenburger Land und das Oldenburger Münsterland. Von dort bewegen wir uns weiter in den Westen in Richtung Ostfriesland, wo sich die Einheimischen vom Herbst bis in den Frühling gerne einmal die Kugel geben. Die Rede ist vom ostfriesischen Nationalsport Boßeln, eine Tradition, die übrigens auch im Oldenburger Land und im Oldenburger Münsterland gepflegt wird. Stephan Brünjes stellt uns den Straßensport vor und zeigt in seinem Beitrag, wo auch Urlauber einmal testweise Hand an die Kugel legen können. Wer im Anschluss noch ein wenig Inselluft schnuppern möchte, dem sei eine Wanderung auf Norderney empfohlen. Im weiteren Heftverlauf bleiben wir weiter im Norden und besuchen die Hansestadt Lübeck, bevor Stefanie Stoltenberg die waldreiche Region Siegen-Wittgenstein vorstellt. Zum Abschluss entdecken wir mit Michael Juhran das Muggiotal, den südlichsten Zipfel der Schweiz und machen einen Abstecher auf die französische Mittelmeerinsel Korsika, auf der uns Michaela Urban die beeindruckenden Landschaften im Inland der Insel vorstellt.

Das digitale Magazin 360° HeimatReisen stellt vierteljährlich Reiseziele in Deutschland, Österreich und der Schweiz für die schönsten Zeiten des Jahres vor, sei es für einen Tagesausflug, für ein (verlängertes) Wochenende oder auch für einen ausgedehnten Urlaub. Der inhaltliche Fokus liegt dabei auf individuellen und nachhaltigen Reiseerlebnissen, insbesondere in Regionen abseits der ausgetretenen Pfade.

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