Irland: Leap Castle - Burg mit blutiger Geschichte
Irland: Leap Castle - Burg mit blutiger Geschichte

12. März 2026

Irland: Leap Castle - Burg mit blutiger Geschichte

Der alte irische Adelssitz im County Offaly soll das am häufigsten von Geistern heimgesuchte Schloss der Welt sein. Geistergeschichten spuken immer wieder durch internationale Medien. Was ist dran an den Gerüchten?

Wann die Burganlage entstand, weiß niemand so genau. Die ältesten Teile sollen aus dem 12., andere aus dem 14. und 16. Jahrhundert stammen. Auch über die Bauherren ist man sich nicht einig. Mal spricht man von den O’Bannons, mal von den O’Carrolls. Fakt ist, dass die Burg lange Zeit das Zuhause des mächtigen O’Carroll-Clans war, der sich im Kampf um die Nachfolge des jeweiligen Clan-Oberhauptes immer wieder blutige Kämpfe und heimtückische Morde im engsten Familienkreis lieferte. So 1532, als Familienoberhaupt Mulrooney O’Carroll starb und sich seine Söhne über die Nachfolge entzweiten. Einer war Priester und wurde im Streit von seinem Bruder erdolcht, während er in der Kapelle eine Messe im Familienkreis hielt. „Bloody Chapel“ heißt das kleine Gotteshaus seitdem.

Salon im Schloss. Foto von Tourism Ireland

Im Jahr 1659 kam Leap Castle durch Heirat in den Besitz der Familie Darby, deren Nachkommen bis 1922 darin wohnten. Schlossherrin Mildred Darby (1867-1932), Autorin von Schauerromanen, veröffentlichte Spukgeschichten über das Schloss, hielt Séancen ab und etablierte so den Ruf von Leap Castle als ein von Geistern heimgesuchter Ort. Menschliche Knochen, die bei Renovierungsarbeiten um 1900 im zweiten Obergeschoss des Tower House in einem versteckten Raum gefunden wurden, taten ihr Übriges. Die Burg wurde während des Bürgerkriegs 1922 verwüstet, geplündert und in Brand gesteckt. Danach stand Leap Castle jahrzehntelang leer. 1974 erwarb der irisch-stämmige australische Historiker Peter Bartlett die Burgruine und führte bis zu seinem Tod 1989 umfangreiche Restaurierungsarbeiten durch. Später ging das Anwesen in den Besitz des ebenfalls aus Australien stammenden Musikers Sean Ryan und seiner Frau Anne, die den südlichen Trakt bewohnen und weiter an der Renovierung der restlichen Gebäudeteile arbeiten.

Schlossherr Sean Ryan. Foto von Tourism Ireland

Geistergeschichten über Leap Castle spuken immer wieder durch internationale Medien. Besucher erzählen von dunklen Schatten, die über das Anwesen huschen, von Geistern in Gestalt von Frauen, Männern und spielenden Kindern und von Gespenstern verstorbener Priester und Mönche in der Kapelle. Das Team der englischen Sendung „Most Haunted“ besuchte und erforschte das Schloss 2002 und ein Team der amerikanischen TAPS (The Atlantic Paranormal Society) war vier Jahre später für ihre Fernsehreihe „Ghost Hunters International“ vor Ort und konnte anscheinend die Präsenz von Geistern nachweisen. Den derzeitigen Besitzer, Sean Ryan, stören die Geister nicht weiter. Für ihn sind es „spirits“, die ihn umgeben, keine „ghosts“. Auf leapcastle.net erzählt er die spannende Geschichte des Schlosses und seiner Geister. Besucher führt er nach vorheriger Anfrage gerne durch das Anwesen.

Das Schloss ist von grünen Wiesen umgeben. Foto von Tourism Ireland
Informationen:
  • LAGE: Coolderry, County Offaly, ca. zehn Kilometer südöstlich von Birr
  • WEBSITE: leapcastle.net
  • UNTERKUNFT: County Arms Hotel: familiengeführtes Hotel in ländlicher Umgebung mit Pool und Fitnessstudio, offenem Kamin in der Lobby, hervorragendem Restaurant und gemütlicher Bar; Railway Road, Seefin, Birr, countyarmshotel.com

Beitragsbild: Der bewohnte Teil von Leap Castle. Foto von Tourism Ireland

Buchtipp: Irland - 50 Tipps abseits der ausgetretenen Pfade

Klar, wer zum ersten Mal nach Irland reist, möchte touristische Highlights wie Trinity College, Guinness Storehouse, Ring of Kerry, Cliffs of Moher, Rock of Cashel und das Titanic Museum in Belfast nicht verpassen. Aber wie wäre es bei einem zweiten oder dritten Besuch mal mit der einsamen, aber nicht weniger spektakulären Panoramaküstenstraße Ring of Beara statt des vielbefahrenen Ring of Kerry? Oder den Steilklippen von Dún Aonghasa auf Inishmore im Westen anstelle der gut besuchten Cliffs of Moher? Und wie wäre es mit einem Pint Guinness im ältesten Pub der Insel in den Midlands statt im überfüllten Dubliner Temple-Bar-Viertel?

Irland hat abseits der Touristenmagnete jede Menge zu bieten. Burgen mit dunklen Geschichten, Schlösser, in denen es spuken soll, Moorlandschaften in den Midlands, kleine, teils unbewohnte Inseln vor der Küste, Museen wie das National Famine Museum in Strokestown, das der Hungersnot Mitte des 19. Jahrhunderts gewidmet ist oder das Freilichtmuseum Glencolmcille Folk Village, das eine Zeitreise ins alte Irland ermöglicht. Ob Geschichte, Kultur oder Natur – garantiert gibt es den einen oder anderen Ort abseits der ausgetretenen Pfade, den Sie auch als Irland-Fan noch nicht kennen.

Über die Autorin:
Cornelia Lohs verdankt ihre Liebe zu Irland ihrem amerikanischen Mann mit irischen Wurzeln. Dank unzähliger Reisen durch das Land kennt sie die grüne Atlantikinsel mittlerweile fast so gut wie ihre Heimat. Die vielreisende Heidelberger Journalistin und Autorin verfasst Reiseführer und -bücher, fotografiert und schreibt Reportagen und Features für Print- und Onlinemedien.

Leserstimmen:
"... nach Durchsicht dieses herausragenden und ganz besonderen Reiseführers muss ich unbedingt noch weitere Male nach Irland. Die Aufmachung gefällt mir besonders gut. Das Ganze liest sich nämlich wie ein spannender Roman. Und die herzlichen Bilder haben mein Herz im Sturm erobert. Es steckt einfach viel Liebe und Herzblut in diesem kleinen Buch, das mich von nun an bei meinen Irlandurlauben begleiten wird."

  • Taschenbuch: 256 Seiten, 244 Bilder, 7 Karten
  • Format: 16,5 x 11,5 cm
  • Verlag: 360° medien; 1. Auflage (Juli 2023)
  • Preis: 16,95 €
  • ISBN: 978-3-96855-327-6

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