
20. November 2025
New York: Dyker Heights - Weihnachtsrausch auf eigene Faust
Hier strahlt ein Schneemann neben der Haustür, dort leuchtet eine Krippe im Vorgarten, daneben ein Weihnachtsmann: Besucher geraten angesichts der bunten Weihnachtsdekoration schnell in einen echten Weihnachtsrausch, fast schon geblendet von so viel funkelnder Pracht. Die Bewohner der Häuser von Dyker Heights liefern sich einen regelrechten Wettstreit, wer die schönste Stimmung kreiert. Wer die Straßenzüge im Südwesten Brooklyns auf eigene Faust erkundet, erlebt perfekte Weihnachtsstimmung und kann sie weitgehend in Ruhe genießen, während den Teilnehmern der ungezählten organisierten Touren wenig Zeit bleibt und man sich eher im Weg steht, als die Weihnachtsdekoration bestaunen kann.
Seit Beginn der 1980er-Jahre hat sich die leuchtende Tradition etabliert. Wann genau der Wettstreit begann, lässt sich heute nicht mehr rekonstruieren. Fest steht nur, dass wohl im Jahr 1985 der erste organisierte Ausflug samt Guide angeboten wurde. Heute sorgen die Busse und die daraus strömenden Gruppen für Verkehrschaos und Staus auf den Bürgersteigen. Dabei können Besucher den Stadtteil auch gut – vielleicht sogar besser – individuell erkunden. Mehrere Subway-Linien erschließen die Region, weiter geht es zu Fuß, mit Bus, Taxi oder Mitfahrdienst.
Für ein perfektes Weihnachtsvergnügen sollten Besucher möglichst früh am Abend die Straßenzüge zwischen 11th und 13th Avenue sowie der 83rd und 86th Street erreichen, sie bilden den Mittelpunkt des Wettleuchtens. Gerade zum Sonnenuntergang (im Dezember bereits gegen 16:30 Uhr) haben sich noch nicht so viele Zuschauer versammelt, nicht zuletzt, da viele organisierte Touren frühestens um 16 Uhr in Manhattan starten und sich erst durch den Feierabendverkehr kämpfen müssen. Zu früher Stunde lässt sich das Spektakel, das Dyker Heights wohl zur „Weihnachtshauptstadt“ der USA macht, in Ruhe bewundern. Vor einem eröffnet sich ein echtes Winterwunderland.
Und solange sich keine Gruppen durch die Straßen schieben, kann auch ein Stativ problemlos aufgebaut werden – für richtig gute Fotos unabdingbar. Was zwischendurch auffällt: Längst kümmern sich nicht mehr alle Anwohner selbst um die weihnachtliche Stimmung in ihren Vorgärten. Vielfach engagieren sie dafür entsprechende Unternehmen und bezahlen dafür angeblich bis 20.000 Dollar pro Vorgarten, zusätzlich zu den ohnehin horrenden Stromkosten. Bemerkenswert ist auch, dass sich zumindest im Zentrum von Dyker Heights niemand der Show entzieht. Nur am Rande sind einzelne Vorgärten unbeleuchtet. So lässt es sich gut ein bis zwei Stunden durch die Straßen schlendern. Urlauber erleben damit eine der typisch amerikanischen Weihnachtstraditionen mitten in der Großstadt, abseits der Klassiker wie dem Weihnachtsbaum am Rockefeller Center, ganz in ihrem eigenen Tempo.
Dyker Heights, ab etwa 1885 entstanden, ist eine reine Wohngegend. Sie gehört zwar zu den wohlhabenderen in Brooklyn, dennoch gibt es mittendrin keine Geschäfte und Cafés (somit auch keine Toiletten). Lediglich ein, zwei Food Trucks stehen am Straßenrand und verkaufen heiße Getränke. Angesichts der frischen, zuweilen auch richtig kalten Temperaturen sollten sich Besucher warm anziehen, um den Ausflug richtig genießen zu können. Auf der 86th Street, also quasi auf dem Hin- oder Rückweg zu den Subway-Stationen, finden sich Supermärkte, Fastfood-Ketten und Restaurants.
Informationen:
- LAGE: Im Südwesten von Brooklyn; zwischen 11th und 13th Avenue sowie der 83rd und 86th Street
- ANFAHRT: Nächstgelegene Subway-Station ist 86 Street der Linie R, dann der gleichnamigen Straße gen Osten folgen. Alternativ via Station 18 Avenue der Linie D, dann der 85th Street Richtung Westen folgen. Nach jeweils etwa 15 bis 20 Minuten ist die Wohngegend zwischen der 11th und 13th Avenue erreicht.
- ÖFFNUNGSZEITEN: Die Vorgärten sind in der Regel von Sonnenuntergang bis etwa 21 oder 22 Uhr beleuchtet. Meist beginnt das Spektakel Anfang Dezember und endet rund um den bzw. kurz nach dem Jahreswechsel. Am Wochenende soll die Beleuchtung angeblich noch spektakulärer sein, dafür dürfte sie noch mehr Menschen anziehen. Zum Sonnenuntergang sind meist erst wenige Schaulustige vor Ort.
- AKTIVITÄTEN: Organisierte Touren kosten rund 60 USD pro Person und werden meist zwischen 1. Dezember und 3. Januar angeboten.
Beitragsbild: Leuchtende weihnachtliche Dekoration lockt allabendlich Hunderte Schaulustige an. Foto von Christian Dose
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Über den Autor:
Christian Dose ist u. a. Chefredakteur des Reisemagazins 360° NordAmerika, zudem Autor mehrerer Reiseführer sowie hauptberuflich Pressesprecher eines Frankfurter Geldinstituts. Seine erste USA-Reise im Jahr 1996 führte ihn nach New York – die Faszination für Imposantes und Verborgenes hält bis heute an.
Über die Autorin:
Carolin Gerstenmaier ist in der Luftfahrtbranche in Frankfurt/Main tätig und hat New York mehr als 35 Mal besucht. Allein während ihres Studiums in den USA hat sie gefühlt jedes dritte Wochenende im Big Apple verbracht. Ihr Herz schlägt für die sich ständig neu präsentierenden kleinen Viertel, beispielsweise den Meatpacking District, Chelsea oder SoHo
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Bibliographische Angaben:
- Taschenbuch: 288 Seiten, 215 Fotos, 9 Karten
- Verlag: 360° medien
- Auflage: 2. überarbeitete und aktualisierte Auflage 2025
- Preis: 16,95 €
- ISBN: 978-3-96855-003-9
- Bestellmöglichkeit im Buchhandel oder über den Verlagsshop: 360grad-medienshop.de/USA-New-York




